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Vissoie, mitteralterliches Dorf

Vissoie war der Wohnsitz der Lehnsherren von Anniviers. Das Schloss selber gibt es heute nicht mehr. Bis 1467 wurde das Tal von ihnen verwaltet.

   Plan von Vissoie

Danach, und bis zum Ende des Ancien Regimes 1798, war der Vize-Landvogt im Namen des Bischofs für das Tal verantwortlich. Er wohnte im Bischofsturm oder dem Cour Neuve in Vissoie, der Landvogt hingegen wohnte selber im Tal.

Vissoie war bis zur Trennung von St. Luc und Chandolin im Jahr 1804 die Kirchgemeinde für das gesamte Eifischtal. Aber Vissoie war auch das Handwerkerzentrum, hier liessen sich Unternehmer wie Schreiner, Dachdecker, Schmiede und andere nieder. Von 1849 bis1871 befand sich in Vissoie das einzige Postamt des Tals. Ab dem 1. Novemer 1871 verfügte St. Luc dann über sein eigenes Postbüro, wobei Chandolin auch dazu gehörte.

Nach Ausbau der Fahrstrasse bis Vissoie wurden ab 1863 die Fuhrwagen in Geräteschuppen abgestellt, welche auch Einwohnern aus anderen Dörfern gehörten. Die Einwohner von St. Luc und Chandolin aber stellten ihre Fuhrwagen in der Nähe von Fang in eigenen Schuppen am Strassenrand ab. Ab diesen Unterständen musste die Ware auf den Maultieren weiterbefördert werden.

Viele Anniviarden besassen in Vissoie eine Wohnung, eine Scheune oder einen Speicher, vorallem die Einwohner aus Grimentz. Die Jahrmärkte in Vissoie fanden um den 31. Mai, 27. September, 19. Oktober und 2. November statt.

Bis ins 20. Jahrhundert war Vissoie das einzige Dorf im Tal mit Einkaufsmöglichkeiten. Das Telegrafenamt wurde 1886, das Telefonamt 1899 im Eifischtal eingeführt und die Zentrale befand sich in Vissoie. 1903 entstand am Navisence-Ufer in der Nähe von Vissoie ein kleines Elektrizitätswerk, ab 1904 war alsdann die Stromversorgung, vorallem für die Beleuchtung, verfügbar. Die Raiffeisenbank liess sich 1911 in Vissoie nieder, um den Einwohnern ihre Dienste anzubieten. Noch heute gibt es die Raiffeisenbank in Vissoie sowie auch eine Filiale der Walliser Kantonalbank.

Zur Zeit des Bergbaus gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Vissoie einen Gendarmen und seither ist Vissoie der Sitz des Polizeipostens im Tal. Ab 1924 sorgte ein Arzt permanent für das medizinische Wohl des ganzen Tals.

Der Vollständigkeit halber ist noch zu erwähnen, dass sich das Ärztezentrum, die Apotheke, die Molkerei, das Schulzentrum und die Einsatzzentrale für Notfälle in Vissoie befinden. 

 

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