Post 15. Vereinshaus von Cuimey

Der Dorfverein von Cuimey ist eine Gemeinschaft, die aus verschiedenen Mitgliedern besteht, welche durch Vererbung ein durch die Rogationsversammlung festgelegtes und anerkanntes Recht erhalten haben. Früher besass jedes Dorf seinen eigenen Verein, der die Nutzungsrechte der Gemeinschaftsgüter verwaltete. Diese Rechte wurden immer nur dem Ältesten/der Ältesten von jeder Familie überschrieben.

  Plan von La Combaz-Cuimey

 
Im Gegensatz zu La Combaz, das eine Gemeinschaft war, handelte es sich bei Cuimey um eine Nachbarsvereinigung, wie etwa ein Privatverein ohne politischen Hintergrund, jedoch mit ähnlicher Organisation, mit einem Vereinshaus, einem Weinkeller, Gemeinschaftsgütern und sogar einem Backhäuschen. Erasme Zufferey erwähnt in seinem Buch « Le passé du val d‘Anniviers » in den Jahren um 1300 « Quimey la Ville » und « Quimey la Crête ». « Quimey la Crête » befand sich oberhalb der aktuellen Strasse und « Quimey la Ville » unterhalb.

Die Vereinsmitglieder versammeln sich zweimal pro Jahr, einmal am Rogationstag im Mai und dann noch am St. Jakobstag für die Abrechnungen. Bei den „Rogationen“, aus dem Lateinischen „Rogatio“ ( vom Verb rogare „bitten“ ), handelt es sich um die drei Tage vor Christi Himmelfahrt oder vor Prozessionen, mit Gebeten um den göttlichen Schutz bei der Ernte und für die Tiere.

Der Verein von Cuimey feiert sein Patronatsfest St. Jakob am dritten Sonntag im Juli. Dieses Fest endet vor dem Keller, wo alle Altersgruppen beim Spiel „Morra“ aufeinandertreffen. Dieses alte Spiel besteht darin, Zahlen im einheimischen Dialekt anzugeben. Der Spieler, welcher die Zahl errät, die dem Gesamttotal der aufgehaltenen Finger der Spieler entspricht, gewinnt.

Der Verein besitzt Weinstöcke, der Wein wird im Keller unter der Kapelle gelagert. Den bekannten Gletscherwein gibt es bei besonderen Anlässen und bei Fronleichnam. Er wird in Fässern gelagert, die nie vollständig geleert und die jedes Jahr wieder mit neuem Wein ( Malvoisie, Ermitage und Rèze ) aufgefüllt werden.

Am Morgen von Fronleichnam kommen die Pfeifer und Tambouren von Mission nach Cuimey, Les Morands und La Combaz, um den Tag einzuläuten. Ende des Tages, wenn sie sich von Vissoie zurückbegeben, nehmen sie laut altem Gebrauch in La Combaz einen kleinen Imbiss ein, in Cuimey trinken sie ein oder zwei Gläser Wein und in Mission eine Tasse Fleischbrühe.

Vor dem Vereinshaus Cuimey ist ein Schalenstein ausgestellt, welcher von dem Weiler Séjà oberhalb von Cuimey stammt. Die Entdeckung eines Betenden und verschiedener Schalensteine ( Steine mit Vertiefungen ) deuten auf einen Ort der Anbetung aus der Jungsteinzeit. Gemäss einem alten Volksglauben, der noch heute nachwirkt, dienten die Schalensteine bei Ritualen der Druiden und Kelten dazu, das Blut der Opfer aufzufangen.

 

Setzen Sie Ihre Besichtigungen unterhalb des Dorfes fort, wo sich einige alte Häuser befinden.