Post 13. Stadel

Die hier stehenden Stadel sind ein schönes Beispiel der traditionellen Bauweise, welche dem Speicherbau ähnlich ist.

  Plan von St-Luc

Das erste, links liegende Gebäude weist eine Besonderheit auf. Hier wurden die Pfähle direkt im Boden verankert.

Stadel ( Raccard ) heisst soviel wie Kornkammer, in der Regel wurden sie in der Nähe der Felder, ausserhalb oder am Rand der Dörfer gebaut. Die Distanz zwischen dem Wohngebiet und den Stadeln spielte keine grosse Rolle, da sie nicht häufig aufgesucht wurden. Hingegen waren die Balkone sehr wichtig, dort wurden Garben, Bohnen und selbst Heu getrocknet. Die Stadel waren immer Miteigentum, alleine hätte man schon immense Getreidemengen besitzen müssen, um so ein grosses Lager füllen zu können.

Die Stadel wurden immer auf Pfählen und mit horizontalen, vierkantigen und in den Ecken verbundenen Holzbrettern gebaut, ohne besonders auf die Stapelung zu achten. Die Pfähle, 4, 6, 9, manchmal auch 12, befestigt auf einem Holzrahmen, kamen entweder auf eine Natursteinmauer oder ein gemauertes Fundament, welches auch als Keller diente. Die Pfähle haben eine Höhe zwischen 60 und 150 cm und tragen je eine Gneisplatte von 5 bis 10 cm Dicke und einem Durchmesser von 80 bis 100 cm. Diese Platten sollten das Hochklettern hungriger Tiere wie Mäuse, Ratten, Wühlmäuse, Iltisse usw. verhindern, damit die kostbaren Güter wie Roggen, Weizen, Gerste und Hafer nicht angefressen wurden.

Im Innern der Stadel gab es einen Platz, wo das Getreide gedrescht wurde. Dieser mittlere oder seitliche Bereich war ungefähr 150 cm breit. Die Lärchenbalken in diesem Bereich wurden sorgfältig zusammengefügt, damit eine gute Abdichtung garantiert war und keine Körner verloren gingen. In der Regel gab es zwei Etagen in den Stadeln, die zweite hatte jedoch keinen Boden, auch keine Öffnung und war ungefähr zwei Meter hoch und hatte meistens Zwischenräume. Sie dienten der Lagerung der Garben nach dem Dreschen, dann dem Stroh aber nie jener von Weizenkörnern

 

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