Post 2. Quelle

Der Weg zu der Quelle ist sehr schmal. Früher wurden die Kühe auf dem südlichen Weg hinunter zur Tränke und auf dem nördlichen wieder hoch geführt. Unser Rundgang geht in umgekehrter Richtung.

Plan von Niouc

Die Quelle wurde durch einen Wasserlauf versorgt, welcher 100 m unterhalb des Dorfes aus dem Berg floss und eine Temperatur von 14° hatte. Sieben Auffangbecken aus Granit füllten sich nach und nach und erlaubten so die Wasserversorgung der Tiere.

 

Die Auffangbecken waren auf von Ochsen gezogenen Wagen nach Niouc transportiert worden. Die Quelle befindet sich auf einer Bodenparzelle, welche der Genossenschaft von Niouc gehört

Nach dem zweiten Unglück von St. Luc im Jahr 1858 wurde in der Zeitung Gazette du Valais ein Antrag für den Bau einer Wasserleitung an den Kantonsrat gerichtet, um Niouc mit Wasser aus der Navisence zu versorgen. Diese Wasserleitung sollte den Einwohnern von St. Luc erlauben, ihren Landbesitz in Niouc zu bewirtschaften.

Vor dem Bau der Wasserleitung um 1908 von Vissoie zum Aluminiumwerk in Chippis verfügte Niouc nur über die Quelle und Regenwasser. Dank zahlreichen Schachtbrunnen in der Nähe der Häuser konnte das Regenwasser gesammelt werden.

1905 wurde eine Vereinbarung zwischen der Gemeinde St. Luc und dem Kraftwerk Navizence unterschrieben, welche pro Haushalt eine Verfügbarkeit von max. 50 Liter pro Minute vorsah.

1908 kam es dann zum Bau eines Wasserreservoirs am Waldrand, welches die 6 im Dorf verteilten Speicherbecken belieferte. Die Einwohner wurden durch das von ihnen am nächsten gelegene Becken versorgt.

Trinkwasser in Niouc gab es ab 1960. Vorerst aus einer Quelle am Fuss der Bella-Tola, jetzt aus dem Reservoir von Soussillon, welches von einer Quelle in der Nähe von Chandolin versorgt wird.

Die Einwohner von Niouc kennen unerschöpfliche Anekdoten übers Wasser. Um sich mit Wasser aus der Quelle am Fuss der Bella- Tola versorgen zu können, legte die Gemeinde St. Luc quer über das Gemeindegebiet von Chandolin via Soussillon einen Schlauch. Eines Tages ärgerte sich eine Person aus Soussillon masslos über die Leitung auf seinem Land und schnitt den Schlauch durch. Später kam es zwischen St. Luc und Chandolin zu einer Vereinbarung, welche vorsah, dass das Wasser direkt vom Reservoir von Soussillon gegen eine jährliche Abgabe von Fr. 2‘500.- bezogen werden konnte.

Auch wird erzählt, dass bei den Grabungen für die Abwasserrohre 1975, am Ende des Dorfes, ein vollständig verkohlter Baumstamm in ungefähr in 4 Meter Tiefe gefunden wurde. Aufgrund dieses Fundes ist davon auszugehen, dass es dort Kalköfen gab.

 

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Gehen Sie wieder den südlichen Weg hoch und weiter bis zum Stadel-Viertel.