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Post 13. Heimatmuseum

Das Heimatmuseum des Patoisants ist in einem Bauernhaus aus dem 16. Jahrhundert untergebracht. Es besteht aus einer Küche, einem Zimmer und einer Kleiderkammer im Erdgeschoss sowie einem Keller im Untergeschoss.

   Plan von Vissoie

 

In diesem alten Wohnhaus sind viele Gegenstände und Werkzeuge ausgestellt, welche zum Haushalt der Bergbauern gehörten. Eine Besichtigung des Museums ermöglicht es, sich das Alltagsleben der früheren Bewohner des Val d’Anniviers vorzustellen.

Ab 1950 machte die Landwirtschaft und Viehzucht allmählich dem Wintertourismus Platz, welcher sich ab den 60er-Jahren immer stärker entwickelte. Die von den Bergbauern einstmals gezüchteten Haustiere lieferten nicht nur die Nahrung sondern auch die Kleidung. Zum Beispiel die Kuh : ihre Milch zum Trinken, die Butter, den Käse und das Fleisch zum Essen und ihre Haut für Schuhe und verschiedene Haushaltsgegenstände. Die Schafe waren vor allem wichtige Wollieferanten. Die gesponnene und gewobene Wolle ergab rauen aber strapazierfähigen Stoff zur Kleiderherstellung. Die Schweine lieferten neben dem Fleisch auch den Speck, das Fett und das Schmalz, welches vielmals zum Kochen mit der Butter vermischt wurde.

Hanf wurde zur Herstellung von sehr groben Geweben, welche aber von ausgezeichneter Qualität waren und vor allem wenig anfällig für Verschleiss, angebaut. Aus dem Flachs wurden Hemden, Unterwäsche und Leintücher angefertigt. Des weiteren gab es verschiedene Anpflanzungen wie Bohnen, Kohl, Kartoffeln usw. Der Roggen diente zur Herstellung von Broten, drei bis viermal im Jahr. Diese Brote, je älter desto härter, mussten mit Hilfe eines extra dafür angefertigten Hackbretts, genannt tsapa pan , geschnitten werden.

In Siders bearbeiteten die Anniviarden ihre Weinstöcke und vinifizierten ihren Wein, welcher abgefüllt in kleinen ovalen und länglichen Fässern, genannt barrots , mit Hilfe von Maultieren vom Tal in ihre Dörfer transportiert wurde. Das Leben war für alle hart, aber vor allem für die Frauen ; Schwangerschaften waren zahlreich und viele Frauen starben beim Gebären. Lediglich an den Sonntagen und den kirchlichen Feiertagen konnten sich die Frauen, und dies auch nur Nachmittags, ein Verschnaufpause gönnen. Die Männer hingegen fanden immer wieder einen Moment, um im Weinkeller mit einem Nachbar oder einem Freund ein Glas Wein zu trinken und über die lokale Politik zu entscheiden.

 

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