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Post 6. Erstes Brandunglück vom 18. Januar 1845

Dieses Viertel wurde vom Brandunglück verschont, welches 1845 einen grossen Teil von Saint-Luc zerstörte

  Plan von St-Luc

Hier der Bericht des Brandunglücks von 1845 in Saint-Luc : « Es ist Winter, alle Einheimischen sind im Dorf. Wie es scheint, sind die Schneeverhältnisse normal, es gibt keine Aufzeichnungen über viel Schnee. Im Tal hingegen erwähnen die Medien, dass es aussergewöhnliche Schneemengen im Simplongebiet und Brig gegeben hat.

Das Feuer ist zwischen drei und vier Uhr morgens in der Schmiede ausgebrochen und es hat sich rasant ausgebreitet. Niemand ist zu Schaden gekommen, aber der Sachschaden ist enorm ; das Dorf fast komplett zerstört. Es verbleiben nur ein paar Gebäude am anderen Ufer des Wildbachs “ Zarrire “.

In wenigen Stunden zerstörte der Brand 305 Gebäude, davon 112 Wohnhäuser mit dem gesamten Inhalt : Möbel, Kleider, Geschirr, Küchenutensilien, Spinnräder, Webrahmen, Bücher, sorgsam aufbewahrte Unterlagen, Militärsachen und ganz viele persönliche Andenken. Neben den Häusern fielen auch die Speicher, Scheunen, Ställe und sonstige Geräteremisen dem Feuer zum Opfer. Schlimmer noch, die gesamte Jahresernte wie Getreide, Bohnen, Kartoffeln, Früchte, Heu und die seit Jahren sorgfältig gesparten Rücklagen gingen bei dem Brand verloren. »

Dazu ist zu sagen, dass die sogenannten “ brénos “, wo die Vorräte ausser Reichweite der Nagetiere gelagert wurden, aus Holz waren wie auch die Käsegestelle, die Weinfässer, die Trinkbecher und die « barrots » ( längliche und abgeflachte Fässer, welche für den Weintransport vom Tal in die Berge auf den Maultierrücken gebraucht wurden ). Des weiteren verschiedenen Werkzeuge wie Sensen, Rechen, Pickel, Maultiergeschirr, Seile und Transportdecken. Die Werkzeugliste ist lang, da die Bergbauern bei Bedarf auch Holzfäller, Zimmermann oder Maurer waren.

Das Ausmass dieser Katastrophe für die Bevölkerung kann man heute gar nicht nachvollziehen. Von hundertzweiundvierzig Familien wurden nur gerade zwölf verschont, deren Heim unverseht blieb.

 

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