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Post 1. Café La Gougra

Der Bau des Café La Gougra wurde 1954 in Angriff genommen, es konnte aber erst 1956 fertiggestellt werden, da durch den Druck einer Explosion im Jahr 1955 das Gebäude beschädigt worden war. Weit und breit bekannt für seine Fondues, ist es auch heute noch beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher, welche mit dem Postauto hier ankommen oder wegfahren wollen.

Plan von St-Jean

Der Gemeinschaftssinn der einheimischen Bevölkerung erfasst sowohl die Durchreisenden als auch die Sesshaften. Er gehört zu Saint-Jean. Das Gedächtnis an freudige oder traurige Ereignisse wird aufrechterhalten und schweisst zusammen. So auch die Erinnerung an folgendes Geschehen.

Der 5. Mai 1955 wird nie in Vergessenheit geraten. Keine drei Meter von der Baustelle des Café La Gougra entfernt, dort wo 1949 ein kleiner Laden eröffnet worden war, ereignete sich eine Tragödie..

Das Unternehmen aus dem Flachland, welches für den Bau des Moiry-Staudamms zuständig war, brauchte eine breitere Strasse für die Lastwagen, die das benötigte Material transportierten. Bis 1952 war der Zugang zur zukünftigen Moiry-Baustelle nur zu Fuss oder auf dem Maultierrücken möglich. Ein Unternehmen aus Sitten lagerte des notwendige Dynamit für die Bauarbeiten in einer Scheune am Strassenrand gegenüber dem Café.

Am Abend des 5. Mai 1955 kehrten drei einheimische Männer nach einer Versammlung ins Dorf zurück, als sie die aus der Scheune austretenden Flammen bemerkten. Als Feuerwehrmänner, wie fast alle im Dorf auch, beeilten sie sich, das Feuer zu löschen. Dann gab es plötzlich eine Explosion. Zwei erlitten schwerste Verbrennungen, der dritte starb durch die Luft geschleuderten Trümmer des Stalls und der Scheune mit der Dreschmaschine. Weit und breit verstreut lagen die Trümmer, die Schindeldächer brannten, der kleine Laden und ein im Sommer betriebenes Tea-Room wurden komplett zerstört.

Was war passiert ? Erst später erfuhr man, dass es um einen Diebstahl von Treibstoff und um weggeworfene Zigarettenkippen ging. Das Lokal fing Feuer. Doch die Täter wurden nicht gefasst.

Diese Tragödie sorgt noch heute für Emotionen. Nicht zuletzt, weil der Unternehmer aus Sitten, der kein Recht zur Lagerung von Dynamit im Dorf besass, billig davonkam.

 

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