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Post 10. Grosse Suone von Saint-Jean

Die Grosse Suone, welche durch das mittlere Saint-Jean fliesst, ist der Stolz des Dorfes. 2012 wurde sie restauriert und eingeweiht. Dieser Bewässerungskanal von über 4 km entspringt beim Wildbach Gougra, unterhalb von Grimentz, und endet beim Wildbach Puchottaz in Mayoux.

Plan du Parcours Historique de St-Jean

Das Val d’Anniviers liegt in einer der trockensten Gegend der Schweiz und Suonen sind daher unerlässlich für die Landwirtschaft. Bis zu deren Niedergang in den Jahren 1950-1960 diente die Suone dem Bewässern der Wiesen und der Getreidefelder.

Das Erbauungsdatum der Suone ist nicht bekannt. Aus den Schriften des Geistlichen Erasme Zufferey geht hervor, dass sie über 500 Jahre alt ist. In der Verkaufsakte eines Stadels aus dem Jahre 1475 wird die Suone bereits erwähnt.

Der Grosse Suonen-Verein ist eine Gesellschaft, die drei Wasserrechte verwaltet, jene von Fios, Saint-Jean und Mayoux. Die notwendigen Arbeiten werden gemeinschaftlich erledigt. Im Frühling, vor dem Einlaufen des Wassers, werden alle Besitzer aufgefordert, am « Tag der Suone » mitzumachen. Nach den Winterschäden gibt es viel zu tun : Erde, Lärchennadeln, Äste usw. müssen entfernt und beschädigte Böschungen wieder hergerichtet werden.

Das Wasser wird von Mitte April bis Ende September abgelassen. Nach den « refoins », also nach der zweiten Heuernte, wird das Wasser wieder abgestellt, um ein Einfrieren zu verhindern.

Bei der Wiederinbetriebnahme der Suone dauert es einen Tag, bis das Wasser am Ende des Bewässerungskanals ankommt. Die Landbesitzer besitzen Rechte im Verhältnis der zu bewässernden Fläche. Wie aber der einheimischer Ausdruck « on est au bout du bisse » ( man ist am Suonenende ) vermuten lässt, sind die Leute am Suonenende am schlechtesten dran. Das Wasserrecht erlaubt dem Besitzer, Wasser aus der Suone für die Bewässerung seiner Wiesen während einer festgelegten Dauer zu beziehen. Um das Wasser aus der Suone für die Wiesen zu erhalten, wird ein « tornio », eine kleine Metallplatte, angebracht und das Wasser umgeleitet. Nach der Bewässerung wird der « tornio » wieder entnommen und das Wasser setzt seinen Weg fort.

 

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Nutzen wir den Halt bei der Suone, um auch die beiden « modernen » Stallungen von Saint-Jean zu betrachten.