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Pinsec und das Domkapitel

Um 1300 war dieses Dorf, genannt Pessey, Pense, Pensey, ein Sonderfall im Val d’Anniviers.

Plan von Pinsec

Das Domkapitel, bestehend aus Domherren von Sitten, besass hier Grundboden und verfügte über einen Viertel aller Gemeinschaftsgüter, wobei die materielle Verwaltung einem lokalen Vertreter oblag. Die Zivilverwaltung unterstand einem Domherren, welcher den Titel Vidame oder Vize-Meier trug. Der Vidame sorgte bei seinen Dorfbesuchen vor der Kapelle für Gerechtigkeit. Obwohl Pinsec dem Domkapital angehörte, war es auch Teil des Bezirks von Vissoie und der Anniviers-Gemeinschaft, vorallem in kirchlicher und militärischer Hinsicht.

In einem Archivdokument ist die Einigung um 1778 mit dem Domkapitel vermerkt. Erstellt im französischen Dialekt von dieser Zeit durch den Notar Jean-Georges Roux wird auf die enorme Distanz zwischen den Einwohnern und seinen Herren hingewiesen. Eine bestimmte Kategorie von Leuten wird zitiert : die durch Augustin Seulio vertretenen « terrementiers », die sogenannten Landarbeiter, welche Grundboden besitzen, die Rechte auf die Wege und die Wälder haben, ohne aber « communiers » ( Mitglied der Gemeinschaft ) zu sein. Die letzten Rechte des Domkapitels auf Pinsec konnten 1804 gekauft werden.

Bis 1892 war der Zugang zu Pinsec, welcher gleich verlief wie die heutige Zufahrt, im Dorf zu Ende. Die Verbindung zu Vissoie führte über einen steilen Weg unterhalb vom Dorf bis zur Navisence. Nach und nach wurde im 20. Jahrhundert die Zugangsstrasse verbessert.