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Niouc, zwischen Burg und Fabrik Die

Die Burg Beauregard, oberhalb von Niouc gelegen und ein Symbol der Feudalmacht, brannte anlässlich der Volksaufstände von 1415 ab. Die Burg wurde vor ungefähr 600 Jahren auf einem Felsvorsprung
errichtet und verfügte über einen atemberaubenden Ausblick.

Plan von Niouc

Die von Tiefen und Abgründen umgebene Burg bot einen schwindelerregenden Blick auf das Rhonetal und den Eingang zum Val d’Anniviers. Heute werden umfangreiche Bauarbeiten durchgeführt, um die Ruinen der Burg Beauregard zu sichern und das Bauwerk zugänglich zu machen. Es gibt nur wenige Dokumente über diese aussergewöhnliche Burg. Hier ein kurzer Überblick über die Geschichte : in der Tat sind einige der Meinung, dass sie 1097 erbaut wurde obgleich ihr Baustil eher auf das 12. Jahrhundert geschätzt wird (...). Sie erfüllte möglicherweise mehrere Funktionen : Verteidigung des Zugangs zum Val d’Anniviers, Beobachtungsposten für die Rhonetalebene, Zwischenstation für die Kommunikation mittels Feuer, letzte Zufluchtsstätte für die Familien der Lehnsherren aus der Ebene. Auszug aus www.chateaubeauregard.ch – Stiftung Château de Beauregard.

Ab 1466 war Niouc nicht mehr an einen Lehnsherren belehnt, bis 1798 aber gehörte es der Kirche.

Während des 19. Jahrhunderts diente Niouc den Einwohnern von St. Luc und Chandolin, welche nach Muraz und Siders hinabstiegen, um verschiedene Arbeiten in den Weinbergen zu erledigen, als Zwischenstation, war also eine sogenannte « Nachbarschafts-Gemeinschaft ». Dies ist auch die Erklärung dafür, dass das Dorf aus relativ klein erbauten Häusern bestand.

Aufgrund der Rückläufigkeit der Landwirtschaft wurden um 1940 mehrere Bodenparzellen an Oberwalliser verkauft, welche im Aluminiumwerk Chippis beschäftigt waren.

Die Genossenschaft von Niouc war massgeblich an der Vergabe der aktuellen Rechte betreffend die Konzession zur Nutzung des Wassers beteiligt. Die Genossenschaft vertrat die Eigentümer von Strasse von Niouc, zwischen dem Gebäude mit dem aktuellen Café und einem früheren Ausschank, einstmals Niouc und ihre Rechte am Wasser, welche wesentlich zur Veränderung des Dorflebens beigetragen haben. Das Gründungsdatum der Genossenschaft ist nicht genau bekannt, das Archiv befand sich im Kirchenturm von St. Luc, welcher 1845 abgebrannt ist. Um Mitglied zu werden, musste man zur Burgerschaft von St. Luc oder Chandolin gehören und mindestens 200 Klafter (1 Klafter = 3,8 m2) zu bewässerndes Land unterhalb des oberen Bewässerungskanals (Suone) von Niouc besitzen (ab 1997 dann 130 Klafter).

Beim Bau der Wasserleitung von Vissoie nach Beauregard wurde in Niouc eine kleine Krankenstation errichtet, welche Verletzte versorgen konnte.

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts standen sich in einem langen Prozess die Gemeinden St. Luc und Chippis gegenüber, dies wegen einer von Chippis bestrittenen Gemeindegrenze. Diese Abgrenzung war für die Verteilung der Wassergebühren aus der Navisence in Vissoie von grosser Wichtigkeit. Der Richter aus Siders bestellte die Gemeinderäte beider Gemeinden vor Ort sowie einstige Hirten, welche bekannt dafür waren, das Gemeindegebiet und ihre Grenzen bestens zu kennen. Vor Ort setzte sich einer von ihnen auf den Boden und gab an, sich nicht wohl zu fühlen. Seine Kameraden suchten zwischenzeitlich ohne Erfolg nach dem Grenzstein. Die Besichtigung wurde unverrichteter Dinge abgebrochen. Im Dorf jedoch lebte ein gewitzter alter Mann, welcher den Schalk des Hirten kannte. Er begab sich mit dem Richter zur fraglichen Stelle und sie fanden den Grenzstein an der Stelle, wo sich der Witzbold niedergelassen hatte. Zur Strafe bekam dieser keine Anteile und er wurde an der Burgerversammlung öffentlich zurechtgewiesen.