Aktivitäten im Sommer > Sport und Freizeit > Die Lehrpfade > Historische Rundgänge > Historischer Rundgang von Mottec > Mottec- Post 3. Alte Strasse und Brunnen

Mottec- Post 3. Alte Strasse und Brunnen

Diese Strasse war früher der Hauptweg von Ayer nach Zinal. Bei der Brücke ging es rechts entlang der Wiesen weiter, da wo sich heute das Wasserkraftwerk befindet.

Plan von Mottec


Bis zum Bau der aktuellen Strasse im Jahr 1957 mussten die Reisenden und die Einwohner von Ayer, wie die meisten Anniviarden auch, zu Fuss hochgehen, oder auf, von Maultieren gezogenen, Fuhrwagen. Im Anschluss wurden die Fuhrwagen dann durch Jeeps mit sieben Plätzen ersetzt.

Zu Beginn der Bauarbeiten des Wasserkraftwerks 1954 mussten mehrere Chalets, welche an Ort und Stelle des Auffangbeckens standen, umgesiedelt werden und zwar entlang der neuen Strasse gegenüber dem heutigen Chalet Edelweiss.

Vor dem Strassenbau befand sich in Rotsec ein Schafsgehege. Die Familie Monnet besass alle Wiesen in Rotsec und bis zur Brücke « du Bois », sie nahm dafür einen durchschnittlichen Betrag von Fr. 2.50/ m2 an, bevor sie enteignet werden konnte.

Im Sommer war in Mottec ein Kommen und Gehen. Gegen Ende des Frühlings kamen die Leute mit ihren Kühen zum grasen, dann wieder im Sommer zur Heuernte. Beim Alpabzug von Sorebois wurden die im Sommer hergestellten Käse vor dem Brunnen niedergelegt und an die Besitzer der Kühe verteilt.

Der frühere Brunnen bestand aus einem ausgehöhlten Lärchenstamm. Jedes Dorf besass einen Holzbrunnen, der nach und nach durch einen Steinbrunnen ersetzt wurde.

Der Brunnen diente auch der Körperpflege, das kalte Wasser inspirierte die Leute jedoch selten.

Bis ins Jahr 1950 benutzten die Frauen den Brunnen auch für das Wäschewaschen. Die Waschmaschinen fanden zwischen 1950 und 1960 ihren Platz in den Haushalten.

Für die grosse Wäsche (Bettwäsche) wurden Waschkessel benützt, worin sie gekocht und mit Seife oder Aschelauge gewaschen wurde. Dann kam die Wäsche in eine grosse Wanne und wurde mit Hilfe einer Waschglocke ausgewrungen, danach auf einem hölzernen Waschbrett im Dorfbrunnen gerieben und gespült.

Im Sommer wurde die Wäsche draussen auf Leinen hängend getrocknet, im Winter hingegen nahe am Specksteinofen drinnen.

Zum Bügeln benutzten die Frauen ein Holzkohlen-Bügeleisen, welches ab und zu geschüttelt wurde, um die glühende Asche neu zu verteilen. Ein kleines Bügeleisen, welches direkt auf dem Herd erwärmt wurde, diente zum Bügeln von kleineren Kleidungsstücken, Tüchern usw.

Marie-Hélène Monnet Rouffaer erinnert sich mit grosser Bewunderung an diese Frauen : „ Die Frauen arbeiteten ununterbrochen. Währenddem sie mit ihren kleinen Kindern zu Fuss unterwegs waren, beteten sie. Die Männer jedoch fanden immer wieder einen Moment, um im Bistro oder im Weinkeller eine Pause einzulegen. Die Frauen hingegen waren ständig beschäftigt „.

 

Nächster Posten

Im ersten Haus, rechts nach der Kapelle, war ehemals das Café Edelweiss untergebracht