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Vom Bergweiler zum Wintersportund Sommerurlaubsort

Bevor Zinal zu dem wurde, wie wir es heute kennen, war der Ort ein Bergweiler, welcher nur zeitweise bewohnt bzw. periodisch aufgesucht wurde.

Die Anniviarden lebten zu dieser Zeit vorwiegend von Getreideanbau und Viehzucht. Sie gingen mehrere Male im Jahr, je nach den zu erledigenden Arbeiten, zu Fuss oder mit von Maultieren gezogenen Fuhrwerken ins Tal. Im März stiegen sie nach Siders hinab, um Garten-und Weinbergarbeiten zu erledigen. Im Juni führten sie das Vieh zuerst nach Zinal, dann weiter auf die Bergweiden. Im Juli kamen sie hoch zur Heuernte, im Oktober hingegen begaben sie sich von Zinal und Ayer nach Siders zur Weinlese. Im Dezember wiederum wanderten sie von Ayer nach Zinal, damit das Vieh das im Sommer geerntete Heu fressen konnte.

Im Januar 1897 zählte ein Besucher ungefähr 600 Einwohner aus den verschiedenen Dörfern des Eifischtales ( val d’Anniviers ), welche sich in den Weilern des Zinaltals aufhielten.

Die immer grössere Anzahl von Touristen, vorallem Engländer, die zuerst wegen der Natur und dann wegen der Gipfel kamen, führte Ende des 19. Jahrhunderts zum Bau einiger Hotels. Bis 1906 wurde mehrmals sogar der Bau einer Eisenbahnlinie durch das Val d’Anniviers von Siders nach Zermatt, mit Halt in Zinal, in Erwägung gezogen, jedoch musste dieses ehrgeizige Projekt endgültig aufgrund des ersten Weltkrieges fallengelassen werden.

Dank seiner Gipfel erlangte Zinal ab 1860 einige Bekanntheit als Sommerurlaubsort und wurde zum Ausgangspunkt englischer Kletterer. 1857 wurde der erste Alpen-Club, der British Alpine Club, gegründet und das goldene Zeitalter des Alpinismus war angebrochen. Es folgten 1862 die Österreicher, 1863 die Schweizer und die Italiener, 1869 die Deutschen und 1874 die Franzosen.

Ab 1870 begann der Beruf des Bergführers Form anzunehmen. 1937 wurde der Bergführerverein von Zinal gegründet, der Vorgänger des Anniviers-Vereins. 1966 wurde das Bergsteiger-und.Skischulbüro eröffnet. Die Gründung des Entwicklungsvereins datiert von 1938. Er ist seither für Vermarktung, Ausbau und Unterhalt der Wanderwege zuständig. 1966 wurde sein Verkehrsverein eröffnet.

Bis 1950 war in Ayer Endstation für das Postauto. Die Reisenden nach Zinal mussten alsdann einen Saumpfad benutzen. In den Jahren 1945-50 wurde die Post vom Postboten mit Hilfe eines Maultieres befördert. Die 1957 eingeweihte Strasse nach Zinal war der Beginn des Wintersport-und Sommerurlaubortes.

In den Jahren 1955-60 waren der Rückgang der Landwirtschaft und der lediglich im Sommer bestehende Tourismus die Hauptursachen der Abwanderung der Einwohner ins Tal zur Arbeitssuche. Der Sommerurlaubsort Zinal war vom Wintertourismus, der in der Schweiz und in Europa grosse Wellen schlug, ausgeschlossen. Aus diesem Grund wurde es notwendig, einen Wintersportort zu schaffen. 1961 fand die Einweihung des ersten Skilifts Défichiaz im Dorf statt. Die Verwirklichung des neuen Skigebietes Sorebois begann 1966 mit dem Bau der Seilbahn Zinal-Sorebois sowie dem Hotelkomplex des Club Méditerranée, dessen Ansiedelung in Zinal ein echtes Ereignis darstellte. Dies war der Beginn von Zinal als Wintersportort und ganzjährig bewohntem Dorf : 1960 zählte Zinal 6 und 1970 110 Einwohner.

Im Laufe der Zeit verwandelte sich Zinal von einem zeitweise durch Anniviarden bewohnten Weiler in ein ganzjährig, mit Einwohnern unterschiedlichster Herkunft, bewohntes Dorf.