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Ayer- Post 9. Backhäuschen

Der Backhäuschen aus dem Jahr 1937 gehört heute dem Dorfverein. Der Ausdruck « banal » heisst übersetzt ein gemeinsames Gut. Ehemals besassen alle Dörfer ein Backhäuschen, wo das benötige Roggenbrot gebacken wurde. Bis ins Jahr 1950 gab es noch ein zweites Backhäuschen in der Nähe des heutgen Hauses der Nahrungsmittel.

   Plan von Ayer

 

In Ayer wurde bis 1935 höchstens vier Mal im Jahr das Roggenbrot hergestellt. Während vierzehn Tagen blieb der Backofen eingeheizt. Die Familien wechselten sich Tag und Nacht in der Backstube ab, damit der Ofen so wenig wie möglich an Hitze verlor.

Die grosse Bedeutung des Roggenbrotes in der Nahrungsversorgung der Walliser wird durch Schriften von 1209 bestätigt. Der Roggen ist die einzige Getreideart, welche sich auch extremen klimatischen Bedingungen ( Winterkälte, lange Zeit unter Schneedecke, Sommerhitze, Trockenheit ) und Höhenlagen anpasst.

Auch wenn sich das Roggenbrot besser als Weissbrot aufbewahren lässt, nach drei Monaten ist auch das hart wie Stein. Es wurde daher mit der Axt zerkleinert und vor dem Verzehr in Suppe eingeweicht.

Heute wird im Backhäuschen ein bis zwei Mal im Jahr der Ofen eingeheizt, um Roggenbrote zu backen. 2008 bildeten fünf Ehepaare eine Gemeinschaft mit dem Ziel, das Backhäuschen wieder zu betreiben und beizubehalten.

Der Backofen wird während drei Tagen eingeheizt, um 220° zu errreichen. Der Brotteig, zubereitet mit gekochten und zerstampften Kartoffeln gemischt mit Roggen-und Maismehl, wird eine Nacht liegengelassen. Anschliessend wird er nach Beigabe von Wasser und Hefe geknetet. Mehrere Etappen erlauben die Formung aus den zehn Teigblocks, den sogenannten « paons ». Die daraus entstandenen 120 Brote werden auf Holzbretter gelegt und dann so rasch wie möglich gebacken. Die Backzeit beträgt 45 Minuten.

Die Freskomalerei, welche die Arbeit am Backofen darstellt, wurde 2013 durch Roger Theytaz realisiert.

 

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