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Zau Zoura /SD Ayer - Posten Nr. 9 : Die Berge

Die Geschichte dieser Berglandschaft hat schon vor langer Zeit angefangen.

Eine Geschichte voller überraschender Wendungen

Die Geschichte dieser Berglandschaft hat schon vor langer Zeit angefangen… Vor 250 Millionen Jahren kam es zu drastischen Veränderungen : die Pangaea, der letzte globale Superkontinent der Erdgeschichte brach auseinander. Dabei entstand zwischen den beiden Kontinenten das sogenannte Tethys-Meer. Sand- und Tonsedimente sanken auf den Meeresgrund ab und verfestigten sich. Diese am Meeresgrund entstandenen Gesteinsarten aus Kalk-, Sand- und Schotterablagerungen bilden heute der Grossteil der Alpen.

Vor 100 Millionen Jahren passierte dann das Gegenteil : die beiden Kontinenten bewegten sich wieder aufeinander zu, und das Tethys-Meer wurde langsam zusammengeschoben. Dicke Gesteinsmassen wurden zusammengepresst und verfestigten sich zu Gesteinsplatten. Nach zahlreichen Erdbeben, ausgelöst durch den Druck der gefalteten Gesteinsplatten auf dem Meeresboden, erhob sich das Gestein aus der Tiefe in die Höhe und bildete ein Gebirge und die ozeanischen Platten tauchten in einen Tiefseegraben unter das Festland des afrikanischen Kontinents ab..

Etwas fehlt noch in unserer Geschichte : die Erosion. Vor 30 Millionen Jahren dürften die ursprünglichen Alpen wie der Himalaya ausgesehen haben. Riesige Mengen an Steinen, Sand und Lehm wurden abgetragen und von den Flüssen bei den Überbleibsel des Tethys-Meeres am Fusse der Berge abgelagert.

Die letzten zwei Millionen Jahren varierten die Klimaverhältnisse erheblich. Wegen gleich mehreren aufeinanderfolgenden Eiszeiten, sammelte sich das Eis überall an und riesige Gletscher füllten die Alpentäler aus, bedeckten den Jura und stiessen bis in umliegende Ebenen vor. Gletscher führten die Erosionsarbeit weiter, zum einen formten sie Trogtäler, und zum anderen prägen sie bis heute eine vielfältige Berglandschaft.

Das grosse „Geologie-Sandwich“ vom Val d’Anniviers

Die 3 Abschnitte dieser langen Geschichte (Fels, Kollision, Erosion) sind in der Landschaft des Val d’Anniviers zu erkennen und zwar bildlich gesehen in Form eines grossen Sandwich :

  • Im Vordergrund, ganz unten, in südlicher Richtung auf der Höhe von Zinal, Gneise und Quarzite des alten Europas. Sie sind jetzt gerade in diesem felsigen Gebiet unterwegs.
  • In der Mitte, Ablagerung vom Meeresboden des verschwundenen Ozeans : Kalkstein, Schiefer und Lava.
  • Im Hintergrund und oben, eine grosse Schubdecke (traîneau écraseur), Granitfelsen und Gneise des früheren afrikanischen Kontinents. Hier ist von diesem Kontinent nur ein kleiner Zipfel übriggeblieben, dafür aber mit stolzen Vertretern der 4000-er in den Walliser Alpen, vom Weisshorn über das Matterhorn bis zur Dent Blanche.

Text : Michel Marthaler, géologue, et Simon Martin (Beratungsbüro Relief), Geograf und Geologe

 

 

 

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